Issue 1 - Apr. 2009

1 ausgabe frontWir freuen uns besonders, dass wir für diese erste Ausgabe der “Zeitschrift der Ezidischen Akademie” einige namenhafte Autoren gewinnen konnten, die intensiv über Eziden geforscht haben: Johannes Düchting analysiert in dem Artikel “Yezidi und Asyl in Deutschland” die Asylsituation von Eziden in der bundesrepublik Deutschland von den Anfängern der Anwerbung ezidischer Gastarbeiter bis hin zu aktuellen Problemen wie der Einschätzung deutscher Behörden, eine flächendeckende Verfolgung der Eziden als Gruppe sei in der Türkei nicht mehr gegeben.

In seinem zweiten Artikel “Die Massaker gegen die Yezidi 1891/92” setzt er sich mit einem besonders grausamen Fall von Ezidenverfolgung durch muslimische, in diesem Fall osmanische Herrscher auseinander. Einen anderen, aktuellen Schwerpunkt der Ezidenverfolgung schildert Idan Barir in seinem Aufsatz “The Yezidis of Iraq: An Endangered Minority”, in dem es unter anderem um die Al-Qaida-Massaker von 2007 geht. Ein vierter Artikel von Hatab Abdu Slo setzt sich mit den psychischen Langzeitfolgen der Jahrhunderte langen Verfolgung auseinander (“Die Traumata der Eziden”).

Ein zweiter Schwerpunkt unseres Heftes ist die Kultur der Eziden. In diesem Zusammenhang ist zunächst der umfang- und kenntnisreiche Basisartikel über die Grundlagen des religiösen Systems der ezidischen Religion von Frater Eremor zu nennen.

Lutz Brade untersucht in seinem Ausatz “Yeziden – verfolgt, zerstreut, vom Untergang bedroht” die ezidische Kultur und Religion in ihrer Wechselbeziehung zur Verfolgungsgeschichte. Dabei stellt er auch zur Asyl- und Aufenthaltsrechtsproblematik Bezüge her. Ergänzt werden diese beiden Beiträge durch den Artikel “Wirtschaftssystem der Eziden” von Hasso Omriko. In seinem weiteren Beitrag “Das Neujahrsfest der Eziden” verdeutlicht der Autor diesen ezidischen Brauch.

Ein drittes Anliegen ist uns die Verbreitung und Verständlichmachung ezidischer Literatur: Hatab Abdu Slo und Sebastian Kortemeier haben es sich zur Aufgabe gemacht, mündlich überlieferte Märchen der Eziden aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Dabei geht es darum, im Spannungsfeld von Mythos und Wirklichkeit Erzähltraditionen aufzunehmen und fortzusetzen. Zum anderen sollen auch Analysen und Interpretationen ezidischer Texte in diesem Rahmen veröffentlicht werden, in dieser Ausgabe eine Analyse von Hatab Abdu Slo zu einem von Moritz Wagner ins Deutsche übersetzen, titellosen Gedicht.

Wir hoffen, dass diese Mischung Sie, Liebe Leser, überzeugt und weitere Wissenschaftler, die sich mit den Eziden beschäftigen, ermutigt, ihre Erkenntnisse weiterzugeben.

 

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