4. Ausgabe/Apr. 2010

4 ausgabe frontWir bedanken uns bei Lesern und Freunden für die vielen Anregungen und Beiträge, die das Erscheinen der ersten drei Ausgaben der “Zeitschrift der Ezidischen Akademie“ ausgelöst hat. Auch für die Zukunft wünschen wir uns und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass weiterhin ein derart lebhafte Interesse an der Diskussion über die Situation der Eziden besteht. Die vierte Ausgabe bietet Ihnen folgende Beiträge:

Johannes Düchting analysiert in dem Artikel “Yezidi und Asyl in Deutschland” im vierten Teil (siehe Ausgaben 1-3 dieser Zeitschrift) die Asylsituation von Eziden in der Bundesrepublik Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass die Praxis der Asylbehörden gegenüber dieser Gruppe von einem ständigen Hin und Her gekennzeichnet ist.

Dr. Brade bespricht den Beitrag von Prof. Dr. Wunn, der in der 3. Ausgabe der “Zeitschrift der Ezidischen Akademie“ erschienen ist und stellt fest, dass diesem Artikel wesentliche Informationen über die ezidische Religion und Gesellschaft fehlen. Prof Wunn vergleicht in ihrem Beitrag das ezidische Sozialsystem mit dem indischen. Dr. Brade betrachtet dies als falsch und entgegnet mit seiner Sicht des ezidischen Sozialsystems: “Mit einer derartigen Charakterisierung wird die Ablehnung der Eziden provoziert und diese Charakterisierung trifft auch nicht zu, weil die sozial-religiöse Gliederung bei den Eziden in Murids, Pirs und Scheichs weder Ausgrenzung und Diskriminierung von Angehörigen der Gemeinschaft kennt und die sozial-religiöse Gliederung bei den Eziden als eine Differenzierung von Aufgaben und Funktionen zu verstehen ist“.

Die Ethnologin Jessica Leffers untersucht in ihrem Beitrag die Besonderheiten Ezidischer Bestattungskultur in Deutschland, insbesondere das ezidische Gräberfeld in Lahe. Ihr Projekt multikulturelle Bestattungen “Über das Leben hinaus –Ein Spaziergang über Hannovers Friedhöfe”, wird vom 15. September 2010 bis zum 9. Januar 2011 im Historischen Museum gezeigt.

Idan Barir hat seine Dissertation über die Eziden “This is our story: The Yezidi cultural movement and the processes of a collective identity constructing among the Yezidis in Kurdistan and the diaspora" mit “summa cum laude“ an der Universität Tel Aviv abgeschlossen. Idan Barir wird bald ein Exemplar seiner Dissertation auf hebräisch in die Ezidische Bibliothek in Hannover für uns zur Verfügung stellen. Hier ein Auszug.

Prof. Dr. Sabih Alsohairy, Vorsitzender der mandäischen Gemeinde in Deutschland /Nürnberg, wurde in Februar 2010 von der Ezidischen Akademie eingeladen. Mit seinem Vortrag “Die Religionsgemeinschaft der Mandäer heute“ hat er einen kurzen Überblick über die Religion, Geschichte, Kultur der Mandäer gegeben.

Jenny Thomsen beschreibt in ihrem Artikel “The Recent Flow of Asylum-Seekers from Georgia to Poland“ die aktuelle Situation der ezidischen Asylbewerber aus Georgien und wie sie über Polen nach Westeuropa fliehen und Asylanträge stellen. Bis heute haben viele Eziden das Land verlassen und die Fluchtwelle geht weiter, insbesondere junge Leute verlassen ihr Heimatland.
Der Beitrag von Johannes Düchting “Buchbesprechung: Die Geschichte einer Jesidin in Deutschland“ über Hatun Tuku wurde bereits in der 3. Ausgabe veröffentlicht. Da Herr Düchting der Name der Autorin unabsichtlich falsch geschrieben hat, wird der Beitrag noch einmal veröffentlicht. Für diese Fehler entschuldigen wir uns im Namen der Ezidischen Akademie bei Frau Tuku.

 

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